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01.03.2017

SBPV-News

Die Schweiz hat das Potenzial zum globalen FinTech-Zentrum

Die Rahmenbedingungen in der Schweiz sind für FinTech-Unternehmen - im internationalen Vergleich - sehr gut. Dies veranschaulicht das Wachstum von 17% auf 190 FinTech-Unternehmen im 2016, wie die Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen in Zug herausgefunden hat.

Doch trotz der steigenden Zahl der Unternehmen, von Branchenvereinigungen und Unterstützungsprogrammen konnte dieses Wachstum noch nicht vollumfänglich in neue Arbeitsplätze umgesetzt werden. 

Die Schaffung von Arbeitsplätzen in der FinTech-Branche ist aus Sicht des SBPV entscheidend und sollte mit ein Kriterium für die Gewährung von Unterstützungsprogrammen sein.

Die Schweiz bietet sehr gute Rahmenbedingungen für die FinTech-Branche

Von 27 untersuchten Städten international, liegen Zürich und Genf auf Platz 2 und 3 hinter dem erstplatzierten Singapur. Die beiden Städte haben gegenüber Singapur vor allem in der ökonomischen und technologischen Dimension noch Aufholbedarf. Das Ranking basiert auf 68 Indikatoren, welche die Rahmenbedingungen bezüglich des politischen und rechtlichen, ökonomischen, sozialen sowie technologischen Umfelds zeigen.

Die guten Rahmenbedingungen zahlen sich aus: «Die Schweizer FinTech-Szene ist 2016 weiter gewachsen», sagt Thomas Ankenbrand, Projektleiter der «IFZ FinTech Study 2017». Im Vergleich zu 2015 entspricht das einem Zuwachs von 17 Prozent. In Bezug auf die Anzahl domizilierter Unternehmen konnte Zürich mit nun 84 (plus 12) FinTech-Firmen die Spitzenposition ausbauen, gefolgt von Zug mit 29 (plus 8) und Genf mit 19 (plus 6). «Trotz der steigenden Zahl von FinTech-Unternehmen, von Branchenvereinigungen und Unterstützungsprogrammen konnte dieses Wachstum noch nicht vollumfänglich in neue Arbeitsplätze oder höhere Unternehmensbewertungen umgesetzt werden. Die FinTech-Branche in der Schweiz hat also noch viel Wachstumspotenzial», sagt Ankenbrand.

Ein Vergleich von 27 Städten hinsichtlich ihrer Rahmenbedingungen für FinTech-Unternehmen (Quelle: Hochschule Luzern)

FinTech-Unternehmen sind im Allgemeinen keine Konkurrenz zu Banken

Die Wissenschaftler bestätigen, dass die FinTech-Firmen in den meisten Fällen mit den Banken kooperieren oder deren Zulieferer sind und nicht Konkurrenz. Zudem haben sich die Ertragsmodelle der FinTech-Betriebe im vergangenen Jahr in Richtung Lizenzgebühren und SaaS (Software-as-a-Service) verschoben. Die typischen Ertragsmodelle der etablierten Finanzunternehmen haben für die FinTech-Unternehmen eine geringe Bedeutung (Zins- und Handelsgeschäfte) oder verlieren an Relevanz (Kommissionsgeschäfte). «Die Firmen unterstützen also die Banken in ihren Digitalisierungsbemühungen als innovative Speerspitze, statt diese direkt zu konkurrenzieren», so Ankenbrand.

Mehr Arbeitsplätze schaffen

Das Wachstum in der Branche ist robust und die Spitzenposition der Schweiz im internationalen Vergleich sicherlich mitentscheidend für den langfristigen Erfolg der Branche. 

Das Wachstum muss sich aber insbesondere auch in der Schaffung von Arbeitsplätzen in der Schweiz niederschlagen und sollte mit ein Kriterium für die Gewährung von Unterstützungsprogrammen sein.